AUF DER FLUCHT
Siehst du den Sonnenuntergang,
von hellem Gelb in Rot sich wandelnd,
ein Funke Lila sich in die Farben mischt?
Hörst du mein Herz,
wie es klopft,
als würde es zerbersten?
Hörst du mein Sehnen,
mein Verlangen,
mein Sein,
sag?
wird unsere Sehnsucht
heute Erfüllung finden?
Wird dadurch unsere Sucht,
die wir aneinander gefunden,
überhaupt gestillt,
oder nur erst recht genährt?
Ist Flucht nicht besser?
Haben wir nicht dadurch weniger Schmerz?
so lieben wir einander,
ohne diesen Trott,
der Alles kaputt macht,
nur daran denken,
träumen wie schön es wäre,
wie es sein könnte,
sich zu verlieren.
Schimpf mich feige,
ich werde dich verlassen,
ohne dich berührt zu haben,
ohne dich geküsst zu haben,
ohne deinen Atem gespürt zu haben,
ohne deine Haut auf meiner
oh, nein, ich kann es nicht.
Ich würde mich in mir verlieren,
dich nicht zu sehen,
dich nicht zu spüren,
dich nicht zu küssen,
dich nicht mein eigen zu nennen.
Es bleibt mir nur die Flucht nach vorne.
© by Elisabeth Götz